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| Kasten - Versuch einer Definition |
Das Buch "Emil und die Detektive" ist definitiv NICHT von mir und ich bin leider gar nicht mit Erich Kästner verwandt. Auch das Buch "Kulturwandel der Samen" habe nicht ich geschrieben, sondern der in Berlin lebenden Völkerkundler Dr. Erich Kasten, mit dem ich aber komischerweise weder verwandt noch verschwägert bin.
Die folgende Definition ist für alle gedacht, die nähere Bekanntschaft mit einem Kasten schließen möchten. Bevor Sie einen solchen Schritt wagen, sollten Sie sich mit den Charaktereigenschaften eines Kastens zunächst einmal vertraut machen. Das kann später vor großen Überraschungen bewahren.
Einige Kästen kennen Sie schon, z.B. "Bierkasten" oder "Briefkasten". Den "Bettkasten" lassen wir an dieser Stelle lieber aus, sonst gibt's Ärger mit der "Beziehungskiste". Die typischen Eigenschaften eines Kasten sind: viele Ecken und Kanten und meist eine ziemlich große Klappe. Die Klappe ist allerdings nicht zwingend und kann auch gehalten werden. In einem Kasten kann man eine Menge abladen, manchmal aber auch ziemlich viel wieder rausholen. Komischerweise versuchen alle Leute, die ich kenne, mehr aus mir herauszuholen als was sie vorher reingesteckt haben. Die meisten sogar SEHR VIEL mehr.
Es gibt viele Worte in der deutschen Sprache, die historisch durch die Konfrontation mit einem aus unserer Sippe geprägt wurden. Ich möchte nur erinnern an "Kastagnetten", "Kastell", "Kastanie", "kasteien", "Kastrationskomplex" und"Sarkasmus".
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Hier sehen Sie nun einen Tusch-KASTEN, einen meiner nächsten Verwandten also. Wir wollen jetzt eine erste In-vivo-Konfrontation mit einem Kasten wagen. Sollte dabei Panik aufkommen, vergewissern Sie sich bitte schon im Vorfeld, dass der RESET-Knopf an Ihrem Computer noch funktionstüchtig ist, damit Sie diese Übung jederzeit ganz spontan abbrechen können. Besorgen Sie sich von Ihrem Nachbarn einige dicke Edding-Stifte in den vier Grundfarben. Führen Sie nun aber erst einmal wie gewohnt Ihr Entspannungstraining durch. Alternativ können Sie auch in Ihrem Garten ein Glas Chianti trinken, sich in die Hängematte legen und Tangerine-Dream hören, eine Tüte Diazepam schlucken oder in eine meiner Vorlesungen gehen, das alles hat in etwa denselben Effekt. Wenn Sie sich ganz wohl und entspannt fühlen, dann beginnen Sie, diesen Tuschkasten direkt hier auf Ihrem Monitor bunt auszumalen.
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Sehen Sie, Sie können es! Sprechen Sie anschließend mit jemandem, von dem Sie sich einbilden, dass er/sie Sie mag, über Ihre Gefühle. Wie ging es Ihnen dabei, einem Kasten so nahezukommen? War es sehr schlimm? Ja? Naja, macht nix, für mich sind die Familienzusammenkünfte mit den übrigen Kästen auch immer so ziemlich das Schlimmste. Warum sollte es Ihnen da anders gehen?
Dies ist ein Kursus in vielen Teilen. Wieviele Teile es genau sind, steht noch nicht fest, weil ja auch Kästen dem technischen Fortschritt unterliegen und ständig weiterentwickelt werden. In der nächsten Sitzung werde ich Ihnen alles aus meinem Leben erzählen. Unter anderem war ich schon in der geschlossenen Psychiatrie und in einem Heim für geistig Behinderte. Außerdem stehe ich häufig vor Gericht und als kleines Extra werde ich natürlich auch alles über meine Leidenschaften berichten. Sie dürfen diese Fortsetzung also auf gar keinen Fall verpassen und sollten daher meine private Homepage zur Sicherheit einfach mehrmals täglich aufrufen und nachschauen, ob die Fortsetzung schon fertig ist.
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